Lucy 1.4.4

Frustriert trank er sein Bier. Es war schon sein drittes. Oder Viertes? Er hatte nicht mitgezählt. Er war ärgerlich. Ärgerlich auf sich selbst, auf sie und auf Ana. Sie hätte es doch auch einfach sagen können, wenn sie nicht mit ihm reiten wollte. Er hatte sich vollkommen zum Affen gemacht. War an seinem freien Tag extra früh aufgestanden und hatte sich raus geschlichen, damit Ana keine Fragen stellen konnte.

Auf der Ranch hatte Logan ihm dann mitgeteilt, dass sie mit Grace und Olivia nach Garland gefahren war und die drei vermutlich erst abends wieder kommen würden.

„Du weißt ja: Frauen und shoppen!“, hatte er scherzhaft hinzugefügt und die Augen verdreht.

Ja…Frauen und shoppen. Vielleicht hatte er sich ja in ihr getäuscht! Vielleicht war die ja bloß so eine dumme Stadttussi, die sich hier einen lauen Lenz machen wollte. Ihrem reichen Ehemann einen Schreck einjagen, weil er ihr nicht das kaufte was sie wollte. Sie trug schließlich einen Ehering. Nein. So sehr konnte man sich doch nicht in einem Menschen irren. Auf der anderen Seite…Wie lange kannte er sie schon? Eine knappe Woche. Er musste sie unbedingt aus seinem Kopf verbannen, aber wie sollte ihm das nur gelingen?

Ana hatte ihm die Hölle heiß gemacht, als er am späten Nachmittag zurückkam. Aus Frust war er stundenlang durch die Gegend geritten und hatte vollkommen die Zeit vergessen. Es war ihm egal, was Ana von ihm hielt. Sie zeterte herum. Er habe sich plötzlich so verändert, wäre immer so abwesend, würde sie gar nicht mehr richtig beachten, nicht mit ihr reden. Seit wann wollte sie bitte reden? Wieder fragte er sich, seit wann das zwischen ihnen so ernst war. Sie führte sich auf wie eine eifersüchtige Furie und wollte wissen, ob er eine andere hatte.

An der Stelle hatte er bitter gelacht. Sollte er ihr sagen, dass er einer verheirateten Frau hinterher lief? Unmöglich! Sein Schweigen hatte sie noch wilder gemacht. Irgendwann war er einfach gegangen. Geflüchtet in seine Stammkneipe. Sie würde sich schon wieder beruhigen. Und wenn nicht, war es ihm auch egal.

Aber sie, sie war ihm nicht egal. Sie war die erste Frau, bei der es ihm wichtig war, was sie von ihm dachte. Er wollte ihr gefallen und das ärgerte ihn. Er kippte gerade den letzten Schluck hinunter, als Dave mit seiner Gruppe die Kneipe betrat. Die Jungs waren schon alle ziemlich angetrunken und orderten mit lautem Gegröle ihr Bier. Auf einmal entdeckte Dave ihn an der Theke. Lachend kam er, gefolgt von seinen zwei Bodyguards Andy und Tommy, zu ihm herüber.

„Na ganz alleine an einem Samstagabend?“, fragte er angriffslustig. „Wo ist denn Ana? Oder vögelt sie gerade einen anderen?“

Schweigend starrte er in sein leeres Glas. Er war die Sticheleien von Dave schon längst gewöhnt. Es war nicht das erste Mal, dass sie aufeinander stießen. Aber Dave schien heute streitlustiger als gewöhnlich.

„Hab gehört auf der Campbell-Farm gibt es ein neues scharfes Püppchen. Stimmt das?“

Er grummelte. War ja klar, dass diese Neuigkeit die Runde machte. Ihm passte es gar nicht, dass gerade Dave davon gehört hatte. Er war Anas Ex und der berüchtigtste Aufreißer der Gegend.

„Vielleicht sollte ich mal vorbeikommen und mir die Kleine aus der Nähe beschauen.“, stichelte Dave weiter.

Böse funkelte er ihn an. „Einen Scheiß wirst du tun!“ Plötzlich war Leben in ihn gekommen. „Komm ihr nicht zu nahe! Ein falscher Blick und du wirst dir wünschen Andy und Tommy hätten dich verdroschen!“, wütend hatte er sich vor Dave aufgebaut.

„Holla…Unser kleiner Liam steht auf die Kleine!“ Er lachte dreckig. „Hört hört Leute! Anas Zeiten sind vorbei! Was sie dazu wohl sagen wird?“

Er beachtete Dave und seine Jungs nicht weiter, sondern stand auf und schob sich an ihnen vorbei nach draußen. Der Abend war gelaufen.

Lucy 1.4.3

Die Fahrt dauerte ungefähr eineinhalb Stunden, dann erreichten wir das Firewheel Town Center in Garland. Es war ziemlich voll, nicht verwunderlich für einen Samstag. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menge.

„Wie wäre es, wenn wir uns zum Mittag vor macys wiedertreffen? Dann kannst du auch in Ruhe gucken?“, fragte Grace.

Ich nickte erleichtert. Wahrscheinlich hatte sie bemerkt, dass meine Garderobe ziemlich spärlich war. Und so trennten wir uns. Ich stöberte durch die Läden und bemerkte gar nicht, wie die Zeit verrannte. Als ich schließlich wieder bei unserem Treffpunkt ankam war ich um drei Jeans, fünf Shorts, ein Sommerkleid, fünf Oberteile, vier Tops, einen Bikini und Unterwäsche reicher und mein Konto um einiges leerer. Aber ich war sehr zufrieden mit meiner Ausbeute. Der Rest würde mit der Zeit kommen. Olivia strahlte über beide Ohren und zeigte mir stolz ihre Errungenschaften.

„Guck mal Tante Lucy! Neue Schuhe und mein neues Kleid!“ Ich lächelte. Sie würde in den Klamotten herzallerliebst aussehen.

„Weißt du schon, was du auf dem Rodeo tragen möchtest?“, fragte Grace mich.

„Rodeo?“, erwiderte ich verwundert. „Wann ist das denn?“

„Anfang Oktober.“, antwortete sie. Ich hatte keinen blassen Schimmer was man zu einem Rodeo trug.

„Ich weiß nicht…ehrlich gesagt war ich noch nie auf einem Rodeo.“, stammelte ich.

„Hmmoke…dann zeig doch mal, was du bis jetzt gekauft hast.“, sagte sie und ich zeigte ihr den Inhalt meiner Tüten.

„Also du kannst auf jeden Fall eine der Jeans anziehen. Manche tragen auch einen Rock, aber Jeans sind vollkommen in Ordnung. Und dann würde ich entweder das weiße Spitzenoberteil oder die Karobluse dazu kombinieren. Allerdings brauchst du noch Stiefel. Welche Größe hast du?“ Na, da hatte ich ja Glück gehabt. „Sechs.“, antwortete ich ihr.

„Okay, das geht nicht…Ich habe 9,5. Dann müssen wir noch welche besorgen. Olivia braucht auch noch neue. Hüte haben wir zuhause genug, da wird sich schon einer finden.“

Olivia klatschte begeistert in die Hände. Und los ging es. Wir probierten die verschiedensten Stiefel an und stolzierten darin vor Grace auf und ab, als seien wir auf dem Catwalk. Verstohlen behielt ich die Preise im Auge. Unglaublich, wie teuer diese Stiefel waren. Olivia entschied sich zum Schluss für ein knallrotes Paar und ich für ein dunkelbraunes im Used-Look. An der Kasse bezahlte Grace einfach beide Paare.

Ich wollte protestieren, doch sie meinte nur: „Sieh es als dein erstes Gehalt an.“ und schmunzelte.

Verwirrt sah ich sie an. „Ich dachte ich wohne bei euch…“, fing ich an, doch sie unterbrach mich: „Ja aber deswegen bekommst du trotzdem jeden Monat ein kleines Taschengeld. Schließlich willst du dir ja auch mal was kaufen.“

Wie sollte ich das nur annehmen? „Aber…“ „Nichts da! Du stehst 24 Stunden, sieben Tage die Woche uns zur Verfügung, da ist das mehr als gerechtfertigt!“, stellte sie energisch fest und ich wagte nichts mehr zu entgegnen.

„Liam sagte du kannst reiten?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. Wann hatte er ihr das denn noch erzählt? Gleich gestern Abend? Unfassbar.

„Ja…Mist!“, siedend heiß fiel mir ein, dass Liam ja heute mit mir reiten wollte.

„Was ist los?“, erkundigte sich Grace verwundert.

„Ach nichts…Ich habe vergessen, dass Liam mir heute eigentlich Westernreiten beibringen wollte…“

Warum hatte ich ein schlechtes Gewissen? Ich hatte ihm doch nicht einmal fest zugesagt.

„Echt? Das hat er gar nicht erwähnt.“, sagte sie erstaunt. „Naja, nicht so schlimm. Ana freut sich auch, wenn sie an seinen freien Tagen etwas von ihm hat.“ Sie sagte es leicht hin ohne sich etwas dabei zu denken.

Aber ich zuckte innerlich zusammen. Ana? Welche ANA? Beruhig dich! „Ana?“, fragte ich so gleichgültig wie möglich.

„Ja, seine Freundin. Also wir sollten unbedingt noch nach einer Reithose sehen.“ Also suchten wir noch nach einer Reithose für mich, die ebenfalls von Grace bezahlt wurde. Auf dem Rückweg fühlte ich mich schlecht. Zum einen wegen der teuren Geschenke, zum anderen wegen Liam. Er hatte eine Freundin. War doch logisch. Ein Cowboy, der so aussah wie er hatte natürlich eine Freundin, mindestens. Auf der anderen Seite…Was ging es mich an? Sollte er doch mit seiner Ana glücklich werden. Den Rest der Fahrt erzählten Grace und Olivia mir alles von den Rodeos der letzten Jahre und die Zeit verging wie im Flug.

Lucy 1.4.2

„Aufstehen!“ Die Sonne ließ gerade ihre ersten Strahlen ins Zimmer fallen und auf meinem Bett hüpfte Olivia in ihrem Blümchennachthemd auf und ab. Ich grummelte irgendetwas Unverständliches und schaute auf den Nachttischwecker.

7:13.

Die frühen Morgenstunden waren noch nie mein Freund gewesen. Verschlafen gähnte ich und streckte meine Arme aus. Daran würde ich mich vermutlich wohl oder übel gewöhnen müssen. Als Olivia merkte, dass ihr Hüpfen nicht viel bewirkte, änderte sie ihre Taktik. Sie warf sich auf mich und begann mich durch zu kitzeln. Kichernd schnappte ich sie mir und hielt sie fest.

„Was ist denn so dringend?“, fragte ich sie, als ich wieder zu Luft kam. „Mama hat gesagt, wir fahren heute in die Mall. Ich bekomme neue Klamotten und Schuhe und du sollst mitkommen!“

Ich schmunzelte. Wenn die Kleine so weiter machte, würde sie eines Tages mit Sicherheit eine Shopping-Queen werden.

„Okay ich ziehe mich nur schnell an, dann komme ich runter okay?“ Ich schlug die Decke zur Seite und ging in Gedanken meine Klamotten durch. Da stand die Auswahl zwischen Jeans mit weißem, grauem, blauem oder rotem T-Shirt. Es wurde dringend Zeit, dass ich eine Mall von innen zu sehen bekam.

„Okay“, antwortete sie. „Ich auch.“ Grinsend schaute ich sie an.

„Wie? Du willst nicht im Nachthemd shoppen gehen?“, neckte ich sie.

Vorwurfsvoll blickte sie mich an und rannte dann schnell hinaus.

Lucy 1.4.1

Ein kalter Januartag. Der Schnee lag schon seit Weihnachten knapp einen Meter hoch und die Temperauren waren in der letzten Woche auf -10°C gesunken. Am Brückengeländer hingen lange Eiszapfen. Doch sie spürte die Kälte nicht.

Sie hatte nur Augen für ihn. Alles an ihm war einfach perfekt. Sein schwarzes leicht gewelltes Haar, das ein klitzekleines bisschen unter der zu kleinen schwarzen Mütze hervorlugte. Die breiten muskulösen Schultern. Die grünen Augen waren umrandet von langen, dichten, dunklen Wimpern. Der drei Tage Bart und die hohen Wangenknochen ließen sein Gesicht sehr männlich und erwachsen wirken, dabei war er nur ein Jahr älter als sie.

Vorsichtig nahm er ihre Hand. Sie war ganz warm und ein wenig rau, im Gegensatz zu ihrer. Fragend sah er sie an, als wolle er wissen: „Ist es okay, wenn ich deine Hand halte?“

Sie lächelte ihn glücklich an. Und ob es okay für sie war. Auf diesen Moment hatte sie schon seit Monaten gewartet. Tief sah er ihr in die Augen, streichelte mit der freien Hand sanft ihr Gesicht und beugte sich langsam zu ihr herunter. Als ihre Lippen sich fast berührten hielt er einen Moment inne. Sie hielt die Luft an. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch schlugen Purzelbäume. Dann streifte er mit seinen Lippen zart ihren Mund. Ihr ganzer Körper fühlte sich an wie elektrisiert. Das Blut in ihrem Kopf rauschte und sie vergaß alles um sich herum. Es war nur ein kurzer Kuss gewesen, doch er löste atemberaubende Gefühle aus. Ihr Herz wummerte in ihrer Brust.

„Du musst atmen.“, neckte er sie leise. Seine Stimme war plötzlich ganz weich und er klang ein wenig heiser. Sie konnte nichts erwidern, sondern schaute ihn nur aus ihren großen dunklen Augen an. Da beugte er sich erneut herunter und sie versanken in einem langen innigen Kuss.

Lucy 1.4

IV

Erschöpft sank ich ins Bett. Nachdem ich Liam stehen lassen hatte, habe ich mir erstmal eine ausgiebige, kalte Dusche gegönnt. Doch ich konnte nicht richtig abschalten. In meinem Kopf drehten sich die Gedanken, wie ein Karussell. In den letzten Tagen hatte ich so viel Neues erlebt, dass ich gar keine Zeit gehabt hatte um alles zu verarbeiten. Ich hatte ein neues Zuhause gefunden, soviel stand fest.

Grace war so liebenswürdig, gastfreundlich, aber auch eigensinnig. Logan hatte ich als führsorglichen Vater und Ehemann erlebt, der seine Familie über alles liebte. Ansonsten schien er für seine Ranch zu leben.

Olivia war ein aufmerksames, lebhaftes und quirliges kleines Mädchen. Mit einem Mal musste ich an meine Familie denken…meine Eltern, meine Schwester und meine Freunde. Ich hatte mich seit jener Nacht nicht mehr bei ihnen gemeldet.

   Ich kann nicht mehr hier bleiben. Es geht nicht mehr. Ich werde versuchen anderswo neu anzufangen. Macht euch keine Sorgen und versucht mich bitte nicht zu finden. Ich brauche Abstand. Lucy.

   Die Worte hatten sich in mein Gedächtnis gebrannt. Niemals würde ich sie vergessen.

Ich kramte in meiner Tasche nach meinem IPhone und dem Aufladekabel. Als ich beides gefunden hatte schloss ich das IPhone an. Auf dem Display blinkte die rote Batterie auf. Nach wenigen Minuten fuhr das Smartphone hoch. Kurz überlegte ich. Sollte ich es wirklich tun? Dann gab ich den PIN ein und das Display verkündete 456 neue Nachrichten und 56 Anrufe in Abwesenheit. Bekloppt. Ich hatte das Ding erst vor einer Woche ausgeschaltet. Ich machte mir nicht die Mühe mir alles anzusehen, sondern öffnete nur den Chat von meiner Mom.

Mir geht es gut. Ich bin neu angekommen. Melde mich wieder. Lucy.

Nachdem ich die Nachricht versendet habe schaltete ich das IPhone schnell wieder aus. Ich wollte nicht die tausend Fragen lesen und beantworten müssen, die sie mir stellen würde. Beruhigt schloss ich die Augen. Ich hatte alles richtig gemacht. Ein Lebenszeichen von mir zu geben, würde meine Mom wenigstens ein bisschen ruhiger schlafen lassen.

Kapitel 3

III

Die nächsten Tage verliefen ziemlich eintönig. Ich schlief viel, half Grace beim Essen machen und schloss Freundschaft mit der kleinen Olivia, die ein wahrer Sonnenschein war. Sie hatte jeden auf der Ranch unbewusst um ihren kleinen Finger gewickelt. Es gab niemanden, der sie nicht gerne um sich herum hatte.

Deswegen war es mir ein Rätsel, warum sie sich gerade mich als ihre neue Freundin und Begleiterin ausgesucht hatte. Ich war nun wirklich nicht das unterhaltsamste Kindermädchen. Sie zeigte mir jeden Winkel und jedes Geheimversteck, doch ihr großer stolz war ein kleines schwarzes Shetlandpony, das auf den Namen Zorro hörte.

„Guck mal Lucy was Zorro kann“, rief sie stolz und tippte dem Pony auf die Schulter. „Zorro sag ‚Guten Tag‘ zu Tante Lucy!“ Zorro hob tatsächlich einen Huf scharrte vor sich in der Luft, als würde er winken.

„Super macht ihr das!“ Ich klatschte begeistert Beifall. Diese unbeschwerten Stunden waren wie Balsam für meine Seele. Keine Grübeleien, keine schlimmen Gedanken, keine Schmerzen. Liam sah ich in der ganzen Zeit nicht wieder. Entweder er ging mir aus dem Weg oder er war woanders beschäftigt. Ich wusste es nicht und fragte auch niemanden. Was ging es mich schon an? Nichts. Aber dennoch ließ mich der Gedanke an Liam nicht ganz los. Es gefiel mir nicht und ich war ärgerlich auf mich selbst. Ich durfte nicht an ihn denken, dass war ich Nic schuldig.

Eines Nachmittags, als ich mit Grace das Abendessen vorbereitete, fragte sie mich ganz unvermittelt: „Woher kommst du eigentlich? Du bist nicht aus der Gegend stimmt’s?“

Erschrocken zuckte ich zusammen. Ich merkte, wie sie mich beobachtete. Verunsichert drehte ich die Ringe an meinem Finger. War ja klar, dass sie irgendwann anfangen würde Fragen zu stellen. Komm schon, stell dich nicht so an. Da ist doch nichts bei. Es war eine ganz normale Frage, machte ich mir selber Mut.

„Aus einer Kleinstadt in North Dakota.“, antwortete ich so ruhig wie möglich.

„Na da hast du ja eine lange Reise hinter dir. Aus dem hohen Norden hier herunter in den wilden Westen.“ Ich nickte stumm. Sie schaute auf meinen Ringfinger und ich ahnte, welche Frage sie als nächstes stellen würde. Doch ich wusste, dass ich noch nicht bereit war darüber zu sprechen. Meine Seele fing gerade erst an zu heilen und ich hatte Angst davor alles wieder hervorzuholen. Ich musste unbedingt das Thema wechseln.

„Ich habe nachgedacht und ich glaube ich bin euch jetzt lange genug zur Last gefallen. Ich glaube das Beste ist, wenn ich mir einen Job und eine Wohnung suche.“

Schon als ich das sagte, wollte ich mich am liebsten ohrfeigen. Ich wollte hier nicht weg. Auf der Ranch fühlte ich mich sicher und geborgen. Ich lebte für die Stunden mit Olivia und die abendlichen Spaziergänge über die Wiesen. Hier konnte ich einfach Ich sein und mich gleichzeitig vollkommen neu erfinden. Aber die Flucht nach vorne war die einzige Möglichkeit gewesen. Erstaunt sah Grace mich an.

„Nun, wenn du meinst…Eigentlich hatten Logan und ich darüber geredet, dass wir dich gerne  hier behalten würden. Du hast ja meinen Vater gehört. Ich werde in nächster Zeit hier im Haus und mit Olivia Hilfe gebrauchen können. Weißt du, meine letzte Schwangerschaft war sehr kompliziert und es wäre für uns beide eine Erleichterung zu wissen, dass jemand hier ist, der sich im Notfall um Olivia kümmern kann.“

Ich schluckte, damit hatte ich nicht gerechnet…Innerlich fing ich an zu jubeln. Ja! Ja! Ja! Ich will unbedingt hier bleiben!

   „Ich habe dich in den letzten Tagen beobachtet. Ihr beide scheint euch prächtig zu verstehen…“, fuhr sie fort. „Aber wenn du dir lieber etwas anderes suchen möchtest…“

Ich starrte sie mit offenem Mund an. Die ganze Situation überwältigte mich.

„Na, vielleicht magst du wenigstens über unser Angebot nachdenken.“, fügte Grace noch hinzu.

Ich nickte stumm. Im nächsten Moment kam Olivia die Treppe hinunter gestürmt und verkündete lautstark: „Mama ich möchte schwimmen gehen. Es ist so heiß.“

Schon die ganzen Tage war es brütend heiß gewesen. Ich war die warmen Sommer von zuhause gewöhnt, aber die Temperaturen hier toppten nochmal einiges. Ich war froh, dass es im Haus eine Klimaanlage gab.

„Olivia ich kann jetzt nicht weg hier. Ich muss das essen fertig bekommen, bis Daddy und Liam zurück sind.“, erwiderte sie.

Liam? Wieso Liam? Ich hatte keine Zeit länger darüber nachzudenken. Schmollend schaute die Kleine Grace an. Plötzlich erhellte sich ihr Gesicht.

„Dann soll Tante Lucy mitkommen!“

Ich wollte gerade abwehren, da Grace: „Okay, aber du musst sie lieb fragen!“ Mit einem gekonnten Augenaufschlag blickte sie zu mir hinauf und bettelte: „Biiittee Tante Lucy! Komm mit mir schwimmen!“

Wer konnte diesen großen braunen Augen schon widerstehen? Doch da fiel mir ein, dass ich ja gar keinen Bikini besaß und Grace hatte definitiv eine andere Größe als ich.

„Ich habe doch gar keinen Bikini.“, erinnerte ich sie bedauernd.

Eine kleine Abkühlung wäre jetzt genau das richtige für mich.

„Vielleicht passt dir einer von meinen Schwestern. Sie haben Badesachen hier, falls sie spontan schwimmen möchte, wenn sie hier zu Besuch sind.“

Gemeinsam gingen wir nach oben und Grace durchwühlte eine Kommode im Flur.

„Hier probiere den mal. Lizzy hat ungefähr die gleich Figur wie du.“

Sie gab mir einen dunkelblau-weiß-gestreiften Bikini. Ich probierte ihn an und er saß wie angegossen. Bewundernd musterte ich mich von allen Seiten. Ja, so konnte ich mich sehen lassen, und wenn es nur vor einem kleinen Mädchen war. Ich schlang eines der großen Badetücher um und ging zurück nach unten. Olivia hüpfte schon in einem knallroten Badeanzug mit Ponyaufdruck ungeduldig in der Küche herum.

„Na endlich!“, rief sie. „Ich warte schon seit Stunden!“

Ich lachte. Dann schaute ich fragend zu Grace. „Du bist dir sicher, dass du keine Hilfe mehr brauchst?“

Lachend erwiderte sie: „Glaub mir, du hilfst mir am meisten, wenn du dieses Mädchen von der Küche fern hältst.“

Beruhigt ging ich mit Olivia hinaus zum Pool. Wir legten unsere Handtücher auf eine der Sonnenliegen.

„Kannst du denn überhaupt schon schwimmen?“, fragte ich sie und sie nickte. „Hat mein Daddy mir diesen Sommer beigebracht.“, erzählte sie stolz.

Sie nahm meine Hand und langsam gingen wir gemeinsam die Stufen hinab ins Wasser. Es war lauwarm, aufgeheizt von der heißen Sonne.

„Du hast deinen Daddy sehr lieb oder?“, fragte ich sie. Mir war aufgefallen, dass sie besonders oft von ihm sprach, während sie Grace fast nie erwähnte.

„Ja…“, sagte sie und ihre Augen begannen zu leuchten. „Aber er ist meistens unterwegs und dann sehe ich ihn nur abends, wenn er mir eine Geschichte vorliest.“ Mit einem Mal sah sie ein bisschen traurig und verloren aus.

„Wenn du ein bisschen älter bist nimmt dich dein Daddy bestimmt öfters mit.“, versuchte ich sie zu trösten.

Sie nickte und plötzlich hatte ich eine Ladung Wasser im Gesicht. Ich prustete und wischte mir die Tropfen aus den Augen. Olivia lachte sich schlapp. Aber nur, bis ich mich erholt hatte und zum Gegenangriff überging. Schon war eine Wasserschlacht im Gange. Ich weiß nicht wie lange wir so herum tobten, mit Bällen durch die Gegend warfen und tauchen übten.

„Na da ist ja meine kleine Prinzessin!“, hörten wir auf einmal eine tiefe Stimme rufen.

„Daddy!“ Olivia stieß einen Freudenschrei aus und schwamm hastig zum Rand. Tatsächlich traten Logan und Liam aus der Terrassentür, gefolgt von Grace, die das Essen zum Holztisch trug. Lachend hob Logan seine Tochter aus dem Wasser und wirbelte sie durch die Luft. Grace warf ihnen ein Handtuch zu, das auf seinem Kopf landete.

Schnell stieg ich aus dem Wasser und schnappte mir mein Handtuch, trocknete mich ab und ging hinein um mich umzuziehen. Ich bemerkte, dass Liams Blick die ganze Zeit über auf mir ruhte. Als ich wieder herunterkam saßen die anderen schon draußen auf der Terrasse und Olivia gab ihre Erlebnisse des Tages zum Besten.  Der Platz neben Liam war noch frei und als mehr mich erblickte sprang er auf um mir den Stuhl zurecht zu rücken. Dankend setzte ich mich. Logan sprach ein Gebet.

„Vater ich danke dir für diesen Tag. Ich danke dir, dass du Liam in den Tagen, die er draußen bei unserer Herde verbracht hat, beschützt und bewahrt hast. Ich danke dir, dass du auf meine Mädels Acht gegeben hast und ich jetzt mit meiner Familie an diesem gedeckten Tisch sitzen darf. Du hast uns so reich beschenkt und dafür möchte ich dir danken. Amen.“

„Amen“, murmelten wir alle einstimmig, nur Olivia stieß ein lautes freudiges: „Amen. Ich habe Hunger.“, aus. Ich grinste. Sie sah einfach zu knuffig aus in ihrem hellblauen Bademantel, der ihr etwas zu groß war. Grace fing ein lockeres Gespräch an, während sie die Schüsseln herumreichte. Es wurden Neuigkeiten ausgetauscht und gelacht.

Schließlich wandte sich Logan an mich. Ich kannte ihn noch nicht besonders gut. In den letzten Tagen war er die meiste Zeit unterwegs gewesen und abends erst spät heim gekommen. Meistens hatte ich mich dann zurückgezogen, damit er und Grace zumindest ein wenig Zeit zu zweit verbringen konnten.

„Also Lucy. Hat Grace dir schon unseren Vorschlag unterbreitet?“ Da ich den Mund voller Chili con Carne hatte konnte ich nur nicken.

„Und was hältst du davon?“, wollte er wissen. Vier Augenpaare waren erwartungsvoll auf mich gerichtet. Schnell schluckte ich herunter. Ich musste nicht mehr lange überlegen. Im Grunde hatte ich die Antwort von Anfang an gewusst.

Etwas verlegen murmelte ich: „Also wenn ihr es wirklich wollt, dann bleibe ich gerne und helfe.“ Grace und Logan strahlten mich an, als hätte ich ihnen gerade verkündet, dass sie den Jackpot geknackt hätten und nicht, dass sie noch ein Maul mehr mit stopfen müssten.

Olivia klatschte begeistert in die Hände und rief: „Super! Dann können wir jetzt jeden Tag zusammen spielen.“ Nur Liam zeigte keinerlei Reaktion. Oder zuckten da etwa seine Mundwinkel? Ich konnte mich aber auch täuschen. Zum Nachtisch gab es Vanilleeis mit jeder Menge Obst; Wassermelone, Birne, Apfel, Banane, Kiwi,…Als wir fertig waren bot ich an abzuräumen, damit Grace ein bisschen Zeit mit ihrer Familie verbringen konnte. Zu meinem Erstaunen wollte Liam mir helfen. Schweigend brachten wir das Geschirr nach drinnen. Er räumte die Spülmaschine ein und ich räumte die Reste weg.

„Kannst du reiten?“ Die Frage kam so aus heiterem Himmel, dass ich aus Reflex einfach „Was?“ fragte.

„Kannst du reiten?“, wiederholte er gelassen.

„Klar, ich komme aus dem Land der Indianer.“, erwiderte ich. Worauf wollte er hinaus? Wurde das jetzt ein Kreuzverhör, ob ich Ranch tauglich war? Tja…

„Western oder Englisch?“ Mist! Was für ein Blödmann!

„Englisch“, erwiderte ich pampig. „Wieso?“ Mal gucken was ihm jetzt so einfiel.

„Dann werde ich dir morgen zeigen, wie du mit einem Westernsattel reiten musst.“ Es war ein einfacher Satz. Er redete ganz ruhig und gelassen. Und trotzdem fand ich, dass er ein Kotzbrocken war. Was bildete er sich eigentlich ein? Er konnte doch nicht einfach so über mich bestimmen. Er war mit dem einräumen fertig und stand lässig an die Arbeitsfläche angelehnt. Seine dunklen Strähnen hingen ihm wild ins Gesicht. Er hatte den Kopf etwas schief gelegt und schaute mich mal wieder einfach nur aus seinen meerblauen Augen an. Sein Hemd war heute Abend rot-weiß-kariert und er hatte es in seine ausgewaschene Jeans gesteckt. Sein brauner Ledergürtel hatte eine große goldene ovale Schnalle mit einem Muster drauf.

Ich bemerkte, dass ich ihn anstarrte und schaute schnell an mir herunter. Ich trug eine abgeschnittene Jeans Short und einfach ein weißes T-Shirt. Langweilig. Wie jeden Tag. Ich musste unbedingt neue Klamotten haben…

Als ich wieder hoch schaute, merkte ich, dass auch er mich musterte. Doch ich konnte seinem Blick mal wieder nicht entnehmen, was er dachte. Keine Ahnung wie lange wir da so standen und uns anstarrten. Als Grace und Logan mit Olivia hereinkamen war ich froh, denn Liam verwirrte mich.

„Wir bringen eben Olivia ins Bett, danach kommen wir wieder. Nehmt euch doch etwas zu trinken und wartet draußen.“, sagte Grace und ich nickte bloß stumm.

„Hinten haben wir auch noch Bier, Liam.“, rief Logan von oben. Liam setzte sich in Bewegung und ich ging zurück auf die Terrasse.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Ich konnte und durfte doch nicht so schnell einen anderen Mann interessant finden. Was war denn nur los mit mir? Vor ein paar Wochen noch habe ich mir geschworen nie wieder einen anderen Mann auch nur anzuschauen und jetzt? Unmöglich!

„Du bleibst jetzt also hier?“ Er hatte eindeutig die schlechte Angewohnheit mich aus meinen Gedanken zu reißen. Oder dachte ich einfach zu viel nach?

„Ja…so wie es aussieht schon.“, entgegnete ich. Er öffnete ein Radler und hielt es mir hin.

„Danke.“, murmelte ich. Woher wusste er, dass ich ein Radler wollte? „Gut.“, sagte er schlicht und öffnete sich selber ein Bier.

Er schien kein Mann der großen Worte zu sein. Na gut. Ich war auch nicht unbedingt gesprächig. Aber ich musste mich unbedingt darauf konzentrieren ihn scheiße zu finden, was er mir nicht unbedingt einfach machte. Mit seinem dunklen, grüblerischen Blick wirkte er äußerst mysteriös. Außerdem betonten seine aufgekrempelten Hemdsärmel seine muskulösen Arme. Wenn er beim Trinken den Kopf leicht in den Nacken legte, wirkten seine Gesichtszüge noch markanter.

Ich ging langsam die Stufen des Pools hinunter, bis mir das Wasser zu den Knien reichte. Er stellte sich hinter mich und ich drehte mich um. Ich musste den Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht sehen zu können.

„Wo warst du die letzten Tage?“, fragte ich unvermittelt. Im nächsten Moment wollte ich mir schon auf die Zunge beißen. Was ging es mich an? Er schaute mich forschend an, bevor er erwiderte: „Oben auf der Nordweide. Einige Kilometer von hier. Hab mit anderen Cowboys die Rinder für die Auktion zusammengetrieben.“

Wow nicht schlecht…Mehrere zusammenhängende Sätze. Ein Fortschritt. Davon ermutigt wollte ich gerade zur nächsten Frage ansetzen, als er hinzufügte: „Hast du mich etwa vermisst oder was?“ Dabei zog er den linken Mundwinkel zu einem Grinsen hoch.

Wie bitte? Ich dachte ich hätte mich verhört aber er hatte noch immer dieses anzügliche verschmitzte und unglaublich sexy Grinsen im Gesicht. Aber das würde ich ihm auf keinen Fall auf die Nase binden! Schnaubend stampfte ich die Stufen hoch aus dem Wasser und marschierte auf die Tür zu. Kurz vor dem Reingehen drehte ich mich noch einmal um, schmiss filmreif meine blonden Locken über die Schulter und sagte: „Das hättest du wohl gerne!“

Ich hätte zu gerne gewusst, ob ihm sein Grinsen aus dem Gesicht gefallen ist, aber zu warten hätte meinen Abgang ruiniert. So würde es für immer ein Geheimnis bleiben.

Verwirrt blieb er zurück. Sie war für ihn ein einziges Geheimnis. Seit ihrer ersten Begegnung musste er ununterbrochen an sie denken. Wie sie so klein und verloren in der großen Küche gestanden hatte. Er hatte noch nie eine so zarte elfenhafte Frau gesehen. Er hatte sich grob und unsensibel gefühlt. Irgendetwas in ihrem Gesicht, in ihren Augen hatte in ihm das Bedürfnis geweckt sie beschützen zu wollen.

Er war gefesselt von ihrem Anblick gewesen. Die zierliche Figur, das feine, aber dennoch ausdrucksstarke Gesicht mit den großen dunklen Augen, die im Kontrast zu ihren langen blonden Locken standen. Die Mähne eines Löwen. Die zarten vollen Lippen, auf denen sie sacht kaute ohne es zu bemerken. Noch nie hatte eine Frau ihn derart gefesselt und es machte ihm Angst.

Er hatte sich freiwillig für den Auftrag auf der Nordweide gemeldet, obwohl er schon die letzten drei Einsätze mitgemacht hatte. Ana war alles andere als begeistert gewesen, dass er schon wieder weg war. Aber er musste Distanz bekommen. Distanz zu ihr. Um Klarheit in seine Gedanken und Gefühle zu bekommen. Schon allein für Ana.

Ana. Sie war das genaue Gegenteil von ihr. Groß, mit üppigen Kurven und einer schwarzen Lockpracht. Halbe Mexikanerin.

Es gelang ihm nicht Klarheit in seine Gefühle zu bringen und so beschloss er sie erstmal zu verdrängen. Doch selbst das gelang ihm nicht. Immer wieder musste er während der Arbeit, abends und sogar in seinen Träumen an sie denken. Dann heute Abend stand sie plötzlich vor ihm. Im Bikini. Sie hatte es geschafft ihn vollkommen aus der Bahn zu werfen. Der gestreifte Bikini saß perfekt und betonte ihre feinen aber vollendeten Kurven. Er konnte den Blick wieder nicht von ihr lassen. Sie wirkte gelöster als bei ihrem ersten Treffen. Aber der dunkle Schleier war noch immer nicht aus ihren Augen verschwunden. Wie gerne würde er sie beschützen. Niemand sollte ihr etwas antun. Niemals. Dafür würde er sorgen. Aber wollte sie überhaupt beschützt werden? Bestimmt…warum war sie sonst hier?

Lucy 1.3.2

Verwirrt blieb er zurück. Sie war für ihn ein einziges Geheimnis. Seit ihrer ersten Begegnung musste er ununterbrochen an sie denken. Wie sie so klein und verloren in der großen Küche gestanden hatte. Er hatte noch nie eine so zarte elfenhafte Frau gesehen. Er hatte sich grob und unsensibel gefühlt. Irgendetwas in ihrem Gesicht, in ihren Augen hatte in ihm das Bedürfnis geweckt sie beschützen zu wollen.

Er war gefesselt von ihrem Anblick gewesen. Die zierliche Figur, das feine, aber dennoch ausdrucksstarke Gesicht mit den großen dunklen Augen, die im Kontrast zu ihren langen blonden Locken standen. Die Mähne eines Löwen. Die zarten vollen Lippen, auf denen sie sacht kaute ohne es zu bemerken. Noch nie hatte eine Frau ihn derart gefesselt und es machte ihm Angst.

Er hatte sich freiwillig für den Auftrag auf der Nordweide gemeldet, obwohl er schon die letzten drei Einsätze mitgemacht hatte. Ana war alles andere als begeistert gewesen, dass er schon wieder weg war. Aber er musste Distanz bekommen. Distanz zu ihr. Um Klarheit in seine Gedanken und Gefühle zu bekommen. Schon allein für Ana.

Ana. Sie war das genaue Gegenteil von ihr. Groß, mit üppigen Kurven und einer schwarzen Lockpracht. Halbe Mexikanerin.

Es gelang ihm nicht Klarheit in seine Gefühle zu bringen und so beschloss er sie erstmal zu verdrängen. Doch selbst das gelang ihm nicht. Immer wieder musste er während der Arbeit, abends und sogar in seinen Träumen an sie denken. Dann heute Abend stand sie plötzlich vor ihm. Im Bikini. Sie hatte es geschafft ihn vollkommen aus der Bahn zu werfen. Der gestreifte Bikini saß perfekt und betonte ihre feinen aber vollendeten Kurven. Er konnte den Blick wieder nicht von ihr lassen. Sie wirkte gelöster als bei ihrem ersten Treffen. Aber der dunkle Schleier war noch immer nicht aus ihren Augen verschwunden. Wie gerne würde er sie beschützen. Niemand sollte ihr etwas antun. Niemals. Dafür würde er sorgen. Aber wollte sie überhaupt beschützt werden? Bestimmt…warum war sie sonst hier?